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Remottis Welten

Datum:

15/01/2019


Remottis Welten

50 Jahre nach seinem ersten Aufenthalt in Berlin als Stipendiat des DAAD zeigt das Italienische Kulturinstitut eine Retrospektive von Remo Remotti (1924-2015), einer der interessantesten Vertreter der italienischen Kultur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der dem großen Publikum jedoch noch weitgehend unbekannt ist.

Die Ausstellung, kuratiert von Gianluca Marziani, zeigt Skizzen, Zeichnungen, plastische Werke, Comics und auch grafische Notizen des Künstlers zu seinem Leben, die zwischen Wahrheit und Fiktion changieren. Remotti schrieb, zeichnete, malte, war Schauspieler und politischer Aktionist. Für viele war er ein undefinierbarer, oft radikaler Mensch, der gegen den Strom schwamm. Sein Werk entzieht sich jeglicher Kategorisierung, sprengt Gattungen und verkehrt sie in ihr Gegenteil. Dies steht durchaus in gewissem Einklang zum Klima der 60er Jahre, in dem sprachliche „Kontaminierungen“ spontan entstanden und das inspirierende Erneuerungen hervorbrachte.

Remotti, geboren in Rom, emigrierte nach einem Jurastudium sieben Jahre nach Peru, wo er seine Leidenschaft für die Kunst entdeckte. Nach seiner Rückkehr hielt sich Remotti in den 60er Jahren in Mailand auf, wo er die dortige Kulturszene frequentierte und seine ersten Werke in privaten Galerien ausstellte. Von 1968 bis 1971 lebte er in Deutschland und wurde Assistent des venezianischen Malers Emilio Vedova. Wieder in Italien engagierte er sich mit Hilfe seines Freundes Renato Mambor als Theaterautor und Schauspieler und lernte den Filmregisseur Marco Bellocchio kennen. Remotti beteiligte sich an zahlreichen Filmprojekten und traf auf den Filmemacher Nanni Moretti. Seine Aktivität als visueller Künstler setzte er z.B. mit der Ausstellung eigener Werke bei der Quadriennale in Rom fort. Er arbeitete u.a. mit Carlo Mazzacurati, Ettore Scola, Paolo und Vittorio Taviani, Francis Ford Coppola, Nanni Loy, Aurelio Grimaldi, Maurizio Nichetti, Enzo de Caro, Christian De Sica, Francesco Nuti, Carlo Verdone, Silvio Soldini und Massimiliano Bruno, trat live auf, wirkte als bildender Künstler und Schriftsteller. Er stirbt 2015 in Rom.

2014 und 2016, respektive anlässlich seines 90. Geburtstags und ein Jahr nach seinem Tod werden zwei von Gianluca Marziani kuratierte Gesamtausstellungen organisiert, von denen eine im Museo MACRO in Rom stattfindet und – neben der Person des kämpferischen Wortkünstlers – sein Wirken als Schöpfer von Nägel-Bildern und von acrylfarbenen Skulpturen zeigt. Im Rahmen dieser Wiederentdeckung fügt sich die Ausstellung im Italienischen Kulturinstitut ein, die dazu beitragen möchte, Remotti auch in seinem geliebten Berlin einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Die Ausstellung wird begleitet von zwei Dokumentarfilmen, die die Verbindung zwischen dem Künstler und der deutschen Hauptstadt aufzeigen.


#disegnami

Ausstellung
REMOTTIS WELTEN

Vernissage am 15. Januar 2019, 19 Uhr
In Anwesenheit des Kurators Gianluca Marziani


Italienisches Kulturinstitut Berlin

Ausstellungsdauer: bis 22. März
Öffnungszeiten: Mo, Di, Fr. 10-14, Mi, Do 10-16









Informationen

Datum: von Di 15 Jan 2019 bis Fr 22 Mär 2019

Uhrzeit: von 10:00 bis 16:00

Organisiert von : Istituto Italiano di Cultura Berlino

Eintritt : Frei


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