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La tregua - Die Atempause. Film von Francesco Rosi nach dem gleichnamigen Roman von Primo Levi

Datum:

21/02/2019


La tregua - Die Atempause. Film von Francesco Rosi nach dem gleichnamigen Roman von Primo Levi

„Ich habe den Roman LA TREGUA (dt.: Die Atempause) geliebt. Es ist eine Geschichte, die rund um den ganzen Schmerz auch von der Freude der Rückkehr ins Leben erzählt. Ich dachte nie an einen Film bei SE QUESTO È UN UOMO (dt.: Ist das ein Mensch?), der völlig in den Schmerz eingeschlossen ist. Ich fühlte mich nicht in der Lage, die Schrecken des Holocausts zu erzählen – und ohnedies haben dies andere Regisseure bereits exzellent gemacht. LA TREGUA verströmt den Willen und die Lust, jeden Augenblick zu leben, jedes Fragment der täglichen Existenz zu genießen. Ich habe im Jahr 1987 beschlossen, den Film zu drehen, und habe Primo Levi angerufen. Ich erklärte ihm in einem langen Gespräch die Motivation, die mich antrieb und bat ihn, mir das Buch anzuvertrauen. Er war sehr glücklich. ‚Ihre Anfrage ist ein kleines Licht in einem Moment ohne Licht‘, sagte er mir. Ich verstand ihn nicht. Erst eine Woche später habe ich verstanden, am 11. April 1987, als sich Levi das Leben genommen hatte.
Francesco Rosi, in: in: La Repubblica, 09. 02. 1996

DIE ATEMPAUSE, erschienen 1963 bei Einaudi, ist der zweite Roman von Primo Levi. Am Schluss des Buches, das sechzehn Jahre nach IST DAS EIN MENSCH? herauskommt, ist eine Karte abgedruckt. Eingezeichnet ist ein verschlungener Weg, der in Auschwitz startet und nach der Durchquerung von sage und schreibe sieben Ländern (Polen, Sowjetunion (Weißrussland, Ukraine), Rumänien, Ungarn, Tschechoslowakei, zwei Mal Österreich, Deutschland) in Turin endet. Diesen Weg zu nehmen war Levi nach der Befreiung von Auschwitz gezwungen. Nach der Todes-Ilias des Lagers beschreibt dieses Buch die Odyssee der Rückkehr: Es handelt sich um eine gedrängte volle Geschichte, lärmend von Personen und Stimmen, die sich in allen Sprachen überschlagen. DIE ATEMPAUSE ist die Erzählung einer irrationalen Irrfahrt, aber voller Energie, die das wiederbeginnende Leben durchströmt: eine körperreiche Erzählung, in der sowohl Angst als auch Freude herrschen. Bevor Levi sich vom Lager entfernt, kerbt Levi das quälendste Emblem des Schmerzes auf die Seiten: Hurbinek, ein dreijähriges, in Auschwitz geborenes Kind, das noch nie einen Baum gesehen hat und das ein einziges unverständliches Wort wiederholt. Es ist das unschuldige Opfer und der absolute Zeuge, dessen Sprache nie jemand verstehen wird. Hier beginnt die Reise, der endlose Weg durch ein vom Krieg verwüstetes Europa. (Text: Centro Internazionale di Studi Primo Levi)


#PrimoLevi

La Tregua - Die Atempause, Film von Francesco Rosi nach dem gleichnamigen Roman von Primo Levi
I/F/D/Ch 1997
Mit John Torturro
125 min.
Film in italienischer Sprache

Einführung in deutscher Sprache: Silvia Cresti

DO 21. FEB 2019
19 Uhr
Istituto Italiano di Cultura Berlino





Informationen

Datum: Do 21 Feb 2019

Uhrzeit: von 19:00 bis 21:00

Organisiert von : Istituto Italiano di Cultura Berlino

Eintritt : Frei


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