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dediKa2019 GIORGIO AGAMBEN: Die kommende Sprache. Vortrag

Datum:

16/06/2019


dediKa2019 GIORGIO AGAMBEN: Die kommende Sprache. Vortrag

20. POESIEFESTIVAL BERLIN

Vortrag

GIORGIO AGAMBEN
DIE KOMMENDE SPRACHE. DIALEKT, BILINGUISMUS, POESIE

Einführung: Asmus Trautsch, Dichter und Philosoph
 

SO 16. JUN 2019 │ 11.00 Uhr
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Berlin-Tiergarten

In italienischer Sprache mit Simultanübersetzung

Eintritt: 10 / 7 €, www.haus-fuer-poesie.de


Im Rahmen des Forum: Hate, Fake, Rage. Über Vertrauensverlust, Diskursvergiftung und poetischen Widerstand. Das 20. poesiefestival berlin ist ein Projekt des Hauses für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste.


Il dialetto si annuncia come il terreno vago in cui langue e parole tendono a identificarsi, e ogni territorialità sfuma in quelle contigue”. Le Idee di Zanzotto sul rapporto fra il dialetto e la lingua sembrano qui a convergere con la ricerca incessante di Pasolini, dagli stroligut pubblicati a Casarsa fino all’ultimo intervento in pubblico a Lecce pochi giorni prima della morte, intitolato significativamente Volgar’eloquio. Anche Pasolini, che evoca in modo simile il dialetto come “metafora” della lingua e come una “forma stilistica… immediata, lievitante dagli strati bassi della lingua”, formula in Empirismo eretico un’ipotesi che coincide con quella di Zanzotto. Riflettendo alle aporie implicite nella dicotomia fra lingua come sistema collettivo di segni e l’atto individuale di parola, Pasolini cerca di superarle introducendo un terzo termine, che chiama “il momento puramente orale della lingua”. (…) possiamo chiamare dialetto questa pura oralità, in cui non ha senso distinguere fra una lingua già sempre esistente come un sistema di regole grammaticali e la sua messa in atto in un’istanza di discorso, perché la parola “lievita” e “monta come un latte”.

‚Der Dialekt zeigt sich als ein vages Terrain, wo langue und parole zusammenzufallen neigen und jede Territorialität sich in jene Kontiguität verflüchtigt.‘ Zanzottos Ideen zum Verhältnis von Dialekt und Sprache scheinen in diesem Punkt mit den von Pasolini ohne Unterbrechung fortgeführten Forschungen übereinzustimmen, angefangen von den in Casarsa veröffentlichten stroligut bis zu seiner letzten öffentlichen Rede in Lecce wenige Tage vor seinem Tod, die den bezeichnenden Titel Volgar’elequio trug. Ähnlich evoziert Pasolini Dialekt als ‚Metapher‘ der Sprache und als eine ‚Stilform … unmittelbar, und wie Hefeteig von den niedrigen Schichten der Sprache aufgehend‘ und formuliert in Empirismo eretico eine mit Zanzotto konvergierende These. Ausgehend von der Aporie, die der Dichotomie zwischen Sprache als kollektivem Zeichensystem und dem individuellen Sprechakt implizit
ist, versucht er diese durch die Einführung eines dritten Begriffs zu überwinden, und zwar dem ‚rein oralen Moment der Sprache‘. (…) Als diese reine Oralität können wir den Dialekt betrachten, wo es keinen Sinn macht, zwischen einer schon immer bestehenden Sprache als System grammatikalischer Regeln und dem In-Akt-Setzens in der Instanz des Diskurses zu unterscheiden, weil das Wort ‚aufgeht wie Hefe‘ und ‚wie Milch aufschäumt‘.“

Giorgio Agamben, ‘Nota introduttiva’ a: Andrea Zanzotto, In nessuna lingua, Quodlibet 2019


In Zusammenarbeit mit dem Haus für Poesie und der Akademie der Künste Berlin.



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Informationen

Datum: So 16 Jun 2019

Uhrzeit: von 11:00 bis 13:00

Organisiert von : Istituto Italiano di Cultura Berlino

Eintritt : Frei


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