8. Italienischer Literaturfrühling in Berlin
#primavera_italiana
Lesung und Gespräch mit dem Autor
Enrico Deaglio:
Eine wahrhaft schreckliche Geschichte zwischen Sizilien und Amerika
Edition Converso 2019; aus dem Ital. von Klaudia Ruschkowski.
Orig.: Storia vera e terribile tra Sicilia e America, Sellerio Editore 2015
Sprecherin: Marina Senckel
Moderation: Rino Pellino
13. Mai • 19 Uhr
Istituto Italiano di Cultura Berlino
Auf Italienisch mit Simultanübersetzung
In Zusammenarbeit mit Edition Converso
1899. Ein Fall von Lynchjustiz von Hand einer weißen Menschenmenge, im kleinen Tallulah (New Orleans) begangen an fünf Armutsflüchtlingen aus Cefalù; vermeintlicher Auslöser eine im Nachbargarten des Amtsarztes grasende Ziege. Von diesem Fall ausgehend stößt Enrico Deaglio mit erzählerischer Kraft und journalistischer Bravour auf das unglaubliche, bitterreale Szenario des staatlich beförderten Rassismus: die Erfindung der nicht-weißen sizilianischen Rasse als demographisches Instrument. Die Bevölkerung des ausgeraubten Siziliens war seit der Einheit stark gewachsen, und auf der anderen Seite des großen Teichs sahen die Großgrundbesitzer aufgrund der Befreiung vieler Millionen Sklaven ihre Arbeitskräfte schwinden.
Enrico Deaglio, geboren 1947 in Turin, gehörte zu den Mitbegründern der linksradikalen Bewegung Lotta Continua, und arbeitete für verschiedene Tages– und Wochenzeitungen u.a. La Stampa, Il manifesto, Diario. Sein erstes Buch Die Banalität des Guten war Grundlage für die international erfolgreiche Fernsehserie Perlasca, an Italian Hero. Unter seinen 20 Büchern erschien zuletzt Patria (2018), eine monumentale Sozialgeschichte des zeitgenössischen Italien von 1967 – 2010 in 3 Bänden. Deaglio hat viele Jahre lang über die USA berichtet und lebt inzwischen in San Francisco.