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internationales literaturfestival berlin: Giulia Caminito, Das Wasser des Sees ist niemals süß

#italienliest
 
Giulia Caminito, Das Wasser des Sees ist niemals süß 
 
Eine Frage der Klasse: Radikal unversöhnlich erzählt Giulia Caminito von nicht eingelösten Aufstiegsversprechen und den enttäuschten Träumen einer ganzen Generation junger Italiener – ein berührender, zorniger, großer Anti-Bildungsroman.
Am Grund des Sees liegt eine versunkene Weihnachtskrippe, sein Wasser schimmert trüb, schmeckt nach Sonnencreme und Benzin. Hier, am Lago di Bracciano, bezieht Gaia mit ihrer Familie eine Sozialwohnung: der Vater, der seit einem Arbeitsunfall im Rollstuhl sitzt, der ältere anarchistische Bruder Mariano, die kleinen Zwillinge – und die Mutter Antonia, die so zupackend wie rücksichtslos alles zusammenhält.
Ihre Tochter, blass, sommersprossig, dürr, soll nicht so enden wie sie, Bildung soll der Ausweg für Gaia sein. Doch die erkennt früh, dass Talent und zwanghafter Fleiß nicht ausreichen, um mitzuhalten – wenn man kein liebes Mädchen sein will, den filzstiftgrünen Pullover des Bruders aufträgt und sich kein Handy leisten kann. Konfrontiert mit Herabsetzungen, Leistungsdruck und Orientierungslosigkeit verwandelt sich Gaias stumme Verletzlichkeit in maßlose Wut, die sie zunehmend Grenzen überschreiten lässt.
Giulia Caminito hat ein sanftes, raues, wundersam reiches Buch geschrieben: über eine Jugend in der Provinz, lächerliche Lieben, grundstürzende Dramen und eine junge Frau, die ihrer Herkunft nicht entkommt. Ein Roman mit einer unverwechselbaren Erzählstimme und Bildern, die haften bleiben wie ungeliebte Spitznamen.

Giulia Caminito, 1988 in Rom geboren, ist in Anguillara Sabazia am Lago di Bracciano aufgewachsen. Sie hat politische Philosophie studiert und drei Romane verfasst, darunter der 2020 bei Wagenbach erschienene Ein Tag wird kommen. Ihr dritter Roman Das Wasser des Sees ist niemals süß stand 2021 auf der Shortlist des Premio Strega, gewann den Premio Strega Off und den renommierten Premio Campiello. Der Roman wird in über zwanzig Sprachen übersetzt. Caminito arbeitet als Herausgeberin und Lektorin, sie lebt in Rom.
(Text: Wagenbach Verlag)

Mit
Giulia Caminito

Moderation: Giorgia Grimaldi
Sprecherin: Karen Suender

Fr. 16. September 2022, 21:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Schaperstr. 24, 10719 Berlin

Auf Italienisch und Deutsch

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit: internationales literaturfestival berlin
www.literaturfestival.com 

Tickets
T. +49 01806 700 733
www.literaturfestival.com/ilb/tickets 

Giulia Caminito, Das Wasser des Sees ist niemals süß, übersetzt von Barbara Kleiner, Verlag Klaus Wagenbach, 2022; Orig.: L’acqua del lago non è mai dolce, Bompiani, 2021
 
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