Roberto Burle Marx’ Entdeckungsreisen durch Brasilien in Bildern
Vortrag und Gespräch mit Federica Andreoni und Hans-Walter Lack
Mittwoch, 16. September 2026
19:00 Uhr
Istituto Italiano di Cultura di Berlino
Vorstellung des Forschungsprojekts von Federica Andreoni über die Expeditionen, die der brasilianische Landschaftsarchitekt Roberto Burle Marx zwischen den 1950er und 1980er Jahren in Brasilien unternahm, mit besonderem Schwerpunkt auf dem dabei entstandenen fotografischen Material. Die Reisen, die der Erforschung der einheimischen Flora und der Wechselbeziehungen zwischen den Arten gewidmet waren, führten zur Entdeckung zahlreicher botanischer Arten. Gleichzeitig trug die direkte Erfahrung der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes dazu bei, jenes ökologische Bewusstsein zu entwickeln, das ihn zu einem Vorreiter des Umweltschutzaktivismus machte. Im Anschluss an die Präsentation wird Federica Andreoni mit Prof. Dr. Hans-Walter Lack, Direktor am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin a. D./ Freie Universität Berlin, ins Gespräch kommen.
Federica Andreoni, Architektin und promovierte Landschaftsarchitektin, ist als unabhängige Forscherin tätig. Sie war in den Bereichen Wissenschaft und Architektur in Rom, São Paulo, Santiago, Porto, Mailand und Rio de Janeiro tätig. Sie hat an der Universität „La Sapienza“ in Rom und an der UNICAM gelehrt und im Rahmen internationaler Stipendien und Programme Forschungsarbeiten durchgeführt, darunter das CheFare/MiBACT-SIAE-Residenzprogramm (2019–2020), aus dem eine Veröffentlichung bei Il Saggiatore hervorging; das „Landscape Research Fellowship“ der Fondazione Benetton Studi Ricerche (2025) sowie das „Strategia Fotografia“-Stipendium der Direzione Generale Creatività Contemporanea (2025–2026), das in Zusammenarbeit mit dem Burle-Marx-Institut entwickelt wurde. Seit 2018 ist sie als Beraterin für die Architekturabteilung der Real Academia de España en Roma tätig, wo sie regelmäßig öffentliche Programme und Ausstellungen kuratiert. Im Jahr 2026 kuratierte sie „Grand Tour Contemporaneo“ für die Casa dell’Architettura in Rom, ein dreimonatiges öffentliches Programm mit einer Ausstellung, einer Keynote lecture, Dialogen, Workshops und einem geführten Stadtrundgang. Sie war Mitglied der Redaktion von AR und hat Artikel für Publikationen wie Artribune und Il Giornale dell’Architettura verfasst. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen zählen „Un’apparente contraddizione. Cultura del progetto e spazio pubblico a São Paulo (Aracne, 2024) und „Mescolanze e turbolenze. Indagine sulle ricadute delle teorie multispeciste e postumaniste nel progetto di paesaggio“ (Armillaria, 2026).
Geboren im Jahr 1949 in Wien, wurde Hans-Walter Lack 1973 an der Universität Wien promoviert. Seit 1975 wirkte er in verschiedenen Positionen am Botanischen Garten und am Botanischen Museum Berlin-Dahlem. Nach der im Jahr 1981 erfolgten Habilitation an der Freien Universität Berlin konzentrierte sich seine Forschungstätigkeit zunächst auf die mediterrane und vorderasiatische Pflanzenwelt, er war Mitarbeiter der Flora of Turkey, der Flora Iranica und der Flora of Togo. Von 1990 bis 2014 war Hans-Walter Lack Direktor am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem, seit 1991 auch apl. Professor an der FU Berlin. Er beschäftigte sich seither zunehmend auch mit wissenschaftshistorischen Fragestellungen. Unter seinen Publikationen finden sich die Monographie ‚The Flora graeca story‘ (Oxford University Press 1999), ein dreisprachiges Werk über botanische Illustration mit dem Titel ‚Ein Garten Eden‘ (Taschen 2001) und ein auch ins Englische übersetzter Band ‚Alexander von Humboldt und die botanische Erforschung Amerikas‘ (Prestel 2019), sowie zuletzt zwei umfangreiche Monographien ‚The Bauers. Masters of botanical illustration‘ und ‚The Redouté brothers. Masters of scientific illustration in Paris‘, herausgegeben vom Natural History Museum in London bzw. dem Muséum national d’Histoire naturelle in Paris in Zusammenarbeit mit dem Jardin botanique in Genf. Lack lebt in Berlin, Wien und Baden bei Wien. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland sowie das große Ehrenzeichen der Republik Österreich, und ist Mitglied der Accademia die Fisiocritici in Siena, der Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften in Erfurt und korrespondierendes Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften in Göttingen.
Anmeldung erforderlich über Eventbrite: https://Vortrag-Andreoni.eventbrite.de
Auf Italienisch mit Simultanübersetzung
Das Forschungsprojekt wird von „Strategia Fotografia 2025“ unterstützt, einer Initiative der Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität des Italienischen Ministeriums für Kultur.
